Ausgangssituation

||Ausgangssituation
Ausgangssituation 2018-02-12T20:53:36+00:00

Wo kommen wir her? Wir schaffen das…?!

65,6 Millionen Menschen waren 2016 auf der Flucht, und täglich sind weitere 20 Menschen von Vertreibung und Flucht betroffen.
(vgl. http://www.caritas-international.de/wasunsbewegt/dossierthemen/flucht-ursachen-wege-grenzen/mittelmeer-drama, rev.Nov.2017)

Vor diesem Hintergrund kam es im sogenannten „Flüchtlingssommer“ in 2015 in Deutschland zu einer Krise, infrastrukturell und auf allen Ebenen der Verwaltung. Die deutsche Gesellschaft erlebte eine polarisierende Diskussion um Zuwanderung und die Folgen der weltweiten Migrations- und Fluchtbewegungen.
(vgl. http://www.bpb.de/gesellschaft/migration/newsletter/56877/fluechtlinge-weltweit, rev. Nov.2017)

Migration ist keinesfalls die einzige Ursache für die ausgeprägte Vielfältigkeit und Differenziertheit unserer Gesellschaft. Trotzdem wird Einwanderung mit den meisten Problemlagen in Verbindung gebracht. Übergreifende Dysfunktionalitäten werden hier in besonderer Weise greifbar. Denn unsere postmoderne Gesellschaft ist gekennzeichnet durch die Pluralisierung von Lebenslagen, Individualisierung von Lebensführung und damit einhergehenden Ambivalenzen von Freiheit und Unsicherheit. Milieu und Tradition haben an Bindungskraft verloren und bieten keinen ausreichenden Orientierungsrahmen für viele Menschen mehr. Aktuelle Problemlagen wie das Thema Flucht und Integration setzen starke Emotionen frei.

Der momentane Stand des gesellschaftlichen Diskurses um Flucht und Integration macht deutlich, dass Fragen und Emotionen ernstgenommen werden müssen. Gemeinsam mit Vielen müssen Handlungsoptionen, Ideen und Lösungen gefunden werden, um sie Ängsten, Unsicherheit und antidemokratischen Tendenzen entgegen zu setzen.

Dazu ist…

…Bildung zum Themenkomplex Flucht und Integration notwendig.

Wer sich mit Flucht beschäftigt, kommt mit Fragen zu unterschiedlichen Lebensweisen verschiedener Gruppen, geopolitischen Voraussetzungen, Klimaforschung, und wirtschaftlichen wie historischen Bedingungen in Berührung die zu Flucht und Migration beitragen. Wissen und Reflexion über geltende Werte müssen erarbeitet werden und auch der Zusammenhang mit unserer eigenen Lebensweise einbezogen werden.

…Hilfe zur gesellschaftlichen Teilhabe für Geflüchtete notwendig.

Wir wollen Geflüchteten größtmögliche Teilhabe am politischen, wirtschaftlichen, religiösen, sozialen und kulturellen Leben ermöglichen. Dazu braucht es die Erfahrung von „Willkommen sein“ und dem Erkennen von Ressourcen der einzelnen Menschen. Ihre Erfahrungen, die individuell zu Flucht geführt haben müssen in den allgemeinen Diskurs einbezogen werden. Grundlage der Arbeit mit Geflüchteten sind die Menschenrechte.

…der Ausbau fachlicher Expertise zu Interkulturalität erforderlich.

Es bedarf neuer Konzepte, Methoden und auch Wissen um ehren- und hauptamtliche Fachkräfte und ihre Organisationen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Aufnahmegesellschaft mit ihren öffentlichen Strukturen muss befähigt werden mit interkulturellen Aushandlungsprozessen konstruktiv umgehen zu können.

…die Unterstützung von Kooperationen unter Helfenden und Hilfesystemen notwendig.

Die sozialen Hilfesysteme sind geprägt von Ressourcenknappheit bei gleichzeitigem Handlungsdruck in aktuellen Problemlagen. Die Organisation der Hilfesysteme ist geprägt von Spezialisierung und Vereinzelung von Problemlagen. Besonders wichtig ist deshalb die Kooperation und Vernetzung zwischen aber auch unter ehren- und hauptamtlichen Fachkräften und ihrer Organisationen.

…Begegnungsräume zur Orientierung und zum Erfahren von Vielfalt anzubieten.

Soll Vielfalt positiv statt negativ assoziiert werden, werden moderierte Begegnungsräume benötigt. Besonders zwischen einheimischen Menschen und Geflüchteten. Aber auch zwischen weiteren Gruppen der Gesellschaft. Vielfalt muss als konkrete Alltäglichkeit erlebt werden können. Heterogene Gruppen müssen mit didaktischen Mitteln unterstützt werden, sich gemeinsam mit Werten und   Wissen auseinander zu setzen und als Menschen zu begegnen.